Pendlerströme in der Region 10: Zahlen, Trends und Herausforderungen


   
Aktuelle Entwicklungen im Pendlerverhalten rund um Ingolstadt, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen

(rr) Rund 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland pendeln regelmäßig – das gilt auch für die Region 10, die die Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen sowie das Stadtgebiet Ingolstadt umfasst. Trotz der zunehmenden Nutzung von Homeoffice bleibt der tägliche Weg zwischen Wohn- und Arbeitsort weiterhin fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Der Pressesprecher der Agentur für Arbeit Ingolstadt betont, dass die Mobilität der Arbeitnehmer eine zentrale Rolle beim Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt spielt. Besonders in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nehme die Bereitschaft zu, auch längere Strecken zur Arbeit zurückzulegen.



Stadt und Landkreise: Deutliche Unterschiede im Pendlerverhalten
Die Pendlerstatistik zum Stichtag 30. Juni 2025 zeigt: In der Region 10 waren insgesamt 231.627 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gemeldet – etwa 1.400 mehr als im Vorjahr und rund 10.000 mehr als noch vor zehn Jahren. Während die Zahl der Beschäftigten in den Landkreisen leicht anstieg, ging die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Stadtgebiet Ingolstadt zurück. Laut Agentur für Arbeit Ingolstadt verzeichnete Ingolstadt zwischen Juni 2024 und Juni 2025 einen Verlust von rund 500 Arbeitsplätzen, während in Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen jeweils kleine Zuwächse registriert wurden.



Pendlersalden: Wer kommt, wer geht?
Im Stadtgebiet Ingolstadt arbeiteten zum Stichtag 102.392 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, während dort nur 66.026 Menschen ihren Wohnsitz hatten. Von den Ingolstädter Beschäftigten pendelten 40.891 sowohl zum Arbeiten als auch zum Wohnen innerhalb der Stadt, 61.467 kamen täglich von außerhalb, während 25.132 Ingolstädter für ihren Arbeitsplatz die Stadt verließen – bevorzugt Richtung Eichstätt, München und Pfaffenhofen.



Im Landkreis Eichstätt lebten 59.522 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, doch nur 42.860 arbeiteten tatsächlich dort. Während etwa 20.000 Menschen als Einpendler in die Region kamen, waren täglich rund 37.000 als Auspendler unterwegs – vor allem nach Ingolstadt, Pfaffenhofen, München und Neuburg-Schrobenhausen. Ähnliche Verhältnisse zeigen sich in den Landkreisen Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen, wo jeweils mehr Menschen ihren Wohnsitz als ihren Arbeitsplatz haben und täglich viele Arbeitnehmer in umliegende Regionen pendeln.



Die Bilanz der Pendlerströme zeigt: Ingolstadt weist ein Einpendlerplus von 36.335 Beschäftigten auf, während Eichstätt (-16.681), Neuburg-Schrobenhausen (-11.640) und Pfaffenhofen (-14.360) jeweils ein deutliches Minus aufweisen. Die Agentur für Arbeit Ingolstadt hebt hervor, dass Wohn- und Arbeitsort in der industriegeprägten Region oft auseinanderfallen, da Wohnraum in Arbeitsplatznähe häufig teuer sei. Viele Arbeitnehmer würden deshalb das Pendeln einem Umzug vorziehen.



Auch kleine Kommunen sind Teil des Pendlernetzwerks
Bemerkenswert ist, dass auch in kleineren Gemeinden wie Lenting (Landkreis Eichstätt) und Weichering (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) das Pendleraufkommen hoch ist. In Lenting arbeiten 1.284 Menschen, davon kommen 1.128 von außerhalb. Von den 2.282 dort wohnenden Beschäftigten pendeln 2.106 täglich auswärts, nur 156 arbeiten und wohnen vor Ort. In Weichering zeigt sich ein ähnliches Bild: Von 1.104 Beschäftigten wohnen nur 54 und arbeiten auch tatsächlich in der Gemeinde, der Großteil verlässt den Ort für die Arbeit.



Fazit: Pendeln bleibt Teil des Alltags
Die aktuellen Zahlen machen deutlich: Die Region 10 ist ein bedeutendes Zentrum für Pendlerbewegungen, sowohl innerhalb der Stadtgrenzen als auch zwischen den Landkreisen. Die Herausforderung, Wohnraum und Arbeitsplätze näher zusammenzubringen, bleibt bestehen. Die Mobilität der Arbeitnehmer ist ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Stabilität der Region.



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