Fränkische Spitzenweine in besonderem Ambiente – VDP-Jahrespräsentation begeistert in Nürnberg



Im stilvollen Ambiente des Germanischen Nationalmuseums präsentierte der VDP-Franken seine besten Weine, spannende Persönlichkeiten und eindrucksvolle Beweise für die Klasse fränkischer Spitzengewächse.

(rr) Strahlender Sonnenschein über Nürnberg, ein historisches Museum als Kulisse und einige der besten Weingüter Deutschlands unter einem Dach: Die Jahrespräsentation des VDP-Franken zeigte eindrucksvoll, warum deutsche Spitzenweine längst international mithalten können.

Austragungsort war das Germanische Nationalmuseum – eine Wahl, die sich als Volltreffer erwies. Statt steriler Messehallen mit grellem Kunstlicht erwartete die Besucher ein hochwertiges, helles, modernes und zugleich angenehmes Ambiente. Die Veranstaltung richtete sich gleichermaßen an Verbraucher, Gastronomie und Fachpublikum. Besonders erfreulich: Unter den Gästen fanden sich auffallend viele junge Weininteressierte. Ein schönes Gegenargument für das oft bemühte Klischee, die Jugend interessiere sich nur noch für Alkopops und schnelle Trends.



Bereits zur Begrüßung machte VDP-Franken-Vorsitzender Thilo Heuft deutlich, weshalb er in der Branche einen so hervorragenden Ruf genießt. Der Weingutsdirektor des Staatlichen Hofkellers Würzburg gab einen umfassenden Überblick über die Themen, die die regionale und überregionale Weinwelt derzeit bewegen. Dabei gelang ihm etwas, das keineswegs selbstverständlich ist: Obwohl er über enorme Fachkompetenz verfügt, vermittelte er nie das Gefühl eines Vortrags oder Monologs. Vielmehr erklärte er komplexe Zusammenhänge verständlich, anschaulich und mit einer angenehmen Leichtigkeit. Wer ihm zuhört, merkt schnell: Heuft repräsentiert den VDP nicht nur – er lebt dessen Werte.

Beim anschließenden Rundgang warteten zahlreiche Entdeckungen. Einer der ersten Favoriten unseres Redakteurs fand sich am Stand von Max Müller I. Mit dem Wein „Eigenart“ hat die nächste Generation des Hauses bewusst neue Wege beschritten. Ausgebaut im Halbstückfass – einem 600-Liter-Holzfass in Erstbelegung – entstand ein Wein, der sich wohltuend von vielen seiner Kollegen abhob. Charakterstark, eigenständig und mit einer bemerkenswerten Persönlichkeit im Glas zeigte er eindrucksvoll, dass Mut zu neuen Ideen belohnt werden kann.



Noch stärker beeindruckte mich allerdings ein Schaumwein des Schlosses Sommerhausen. Der „Avec Plaisir - Le Grand Riesling“ besitzt alles, was große Sekte auszeichnet. Mindestens 50 Monate Hefelager, eine Dosage aus Eiswein und eine bemerkenswerte Präzision prägen diesen außergewöhnlichen Tropfen. In der Nase zeigen sich reifer Pfirsich und feine Fruchtaromen, am Gaumen verbinden sich Frische, Mineralität und Eleganz zu einer perfekten Balance. Ein Schaumwein, der sich vor deutlich teureren Champagnern keineswegs verstecken muss – der persönliche Favorit unseres Redakteurs.

Einen ebenso angenehmen Eindruck hinterließ das Gespräch mit Florian Poppe vom Weingut Hans Wirsching. Er lobte nicht nur die besondere Atmosphäre der Veranstaltung, sondern auch die angenehme Besucherzahl und das hohe Fachwissen vieler Gäste. Das traditionsreiche Familienweingut wird mittlerweile in der 16. Generation geführt, die Geschichte reicht bis ins Jahr 1630 zurück. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Weinberge mit über 40 Jahre alten Reben. Mein Favorit am Stand war die Scheurebe – ein Wein, der eindrucksvoll zeigte, weshalb diese Rebsorte in Franken so viele Freunde hat.



Während am frühen Abend viele Aussteller bereits langsam mit dem Abbau begannen, spielte sich an einem Stand noch ein ganz eigenes Schauspiel ab. Bei Max Konrad vom Würzburger Weingut am Stein hatte sich eine kleine Traube interessierter Besucher gebildet, die geduldig seinen Ausführungen lauschten und sein enormes Fachwissen förmlich aufsaugten. Der unangefochtene Star des Standes war dabei Ludwigs Winzersekt Pinot Rosé Brut Nature. Traditionelle Flaschengärung, mindestens 36 Monate Hefelager und eine bewusst oxidative Ausbauweise der Grundweine verleihen diesem Schaumwein eine beeindruckende Komplexität. In der Nase zeigen sich Granatapfel, Hagebutte, Walderdbeeren und intensive Erdbeere, begleitet von Brioche-Noten. Am Gaumen überzeugt eine cremige, mundfüllende Textur mit ultrafeiner Perlage, großer Eleganz und bemerkenswerter Länge. Ein nobler Schaumwein, der vom Aperitif bis zum festlichen Menü eine hervorragende Figur macht.

Am Ende des Tages blieb vor allem ein Eindruck zurück: Die fränkische Weinszene präsentiert sich selbstbewusst, abwechslungsreich, innovativ und gleichzeitig tief in ihrer Tradition verwurzelt. Die Jahrespräsentation des VDP-Franken bot nicht nur hervorragende Weine, sondern auch spannende Gespräche, beeindruckende Persönlichkeiten und ein Ambiente, das der Qualität der präsentierten Weine mehr als gerecht wurde.

Eine rundum gelungene Veranstaltung – und ein Pflichttermin für alle, die wissen möchten, wie lebendig und vielfältig die deutsche Weinwelt heute ist.




 
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