Cannabis in Bayern: Wie ein runder Tisch in Baar-Ebenhausen Vorurteile entlarvt und neue Wege aufzeigt


  
CSC Hallertau e.V. und Grüne luden zur Diskussion über Cannabisgesetz in Bayern ein.

(rr) Kürzlich fand in Baar-Ebenhausen eine richtungsweisende Veranstaltung zum Thema „Cannabis in Bayern“ statt. Der Cannabis Social Club Hallertau e.V. organisierte gemeinsam mit dem Grünen-Ortsverband einen runden Tisch, der eine sachliche Auseinandersetzung über das nach wie vor kontrovers diskutierte Cannabisgesetz ermöglichte. Zu den Gästen zählten der Bundestagsabgeordnete Leon Eckert (Bündnis 90/Die Grünen) und der Pfaffenhofener Sozialarbeiter Markus Wittmann.



Die Vereinsvorstände des CSC Hallertau nutzten die Gelegenheit, um die Ziele des Clubs und die aktuelle Situation rund um das Cannabisgesetz („CanG“) darzulegen. 1. Vorsitzender Mike Weber betonte, dass die gesetzgeberischen Intentionen bislang nicht erreicht wurden. „Wir sind leider immer noch nicht da angekommen, wo die Gesetzgeber mit dem CanG hinwollten. Stattdessen werden von der Union schon längst durch die Evaluierung erwiesene wissenschaftliche Fakten weggeredet, ignoriert und teils schlichtweg gelogen. Es geht schon lange nicht mehr um Gesundheit, sondern um Parteirhetorik. Das zerstört die Idee des Gesetzes und sorgt dafür, dass der Schwarzmarkt weiter florieren kann. Das wollen wir ändern, das müssen wir ändern.“ Weber unterstrich dabei auch die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen und kündigte weitere Runden Tische an.



Die Teilnehmer erhielten durch eine Präsentation und Videobeiträge einen Überblick über die aktuellen politischen Entwicklungen. Ein besonderer Fokus lag auf einem „Faktencheck“, der gängige Argumente von Cannabisgegnern kritisch hinterfragte. Der Vergleich zwischen Cannabis und anderen Rauschmitteln wie Alkohol weckte großes Interesse bei den Anwesenden. Markus Wittmann schilderte praxisnah aus seiner sozialarbeiterischen Arbeit und lobte das Engagement des CSC Hallertau: „Beim CSC Hallertau kann man sehen, dass die üblichen Klischees gegenüber Konsumierenden überholt und verzerrt sind. Es handelt sich hier um einen Verein, der an Aufklärung, Prävention und Kommunikation interessiert ist. Einigkeit besteht, dass zu wenig Präventionsarbeit an Schulen stattfindet. Dabei ist Aufklärung wichtiger als strikte Repression und Kriminalisierung“.



Bundestagsmitglied Leon Eckert gewährte Einblicke in die parlamentarische Arbeit und die Entstehung des CanG. Er kritisierte die aktive Blockade einer effektiven Schwarzmarktbekämpfung durch die Union. Eckert hob die Rolle des CSC Hallertau als Plattform für eine sachliche Diskussion hervor und verwies darauf, dass Alkohol und Tabak nachweislich größere gesundheitliche Schäden verursachen als Cannabis. Dennoch werde Cannabis weiterhin stigmatisiert, während Social Clubs wie der CSC Hallertau einen verantwortungsvollen Umgang vorleben.



Bettina Markl, Sprecherin des Grünen-Ortsverbands und Landratskandidatin, habe sich erfreut über das Engagement des CSC Hallertau gezeigt. Sie habe betont, dass die sachliche Aufklärungsarbeit des Vereins volle Anerkennung verdiene. Social Clubs seien ihrer Ansicht nach der goldene Schlüssel, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen und gleichzeitig einen wirkungsvollen Jugend- und Gesundheitsschutz sicherzustellen. Zudem habe sie sich ausdrücklich für die Entkriminalisierung und die Etablierung von Social Clubs ausgesprochen und die Bedeutung der Kooperation mit anderen Vereinen vor Ort hervorgehoben.



Die Veranstaltung verdeutlichte, wie wichtig ein offener Austausch und fundierte Informationen für die gesellschaftliche Debatte rund um Cannabis sind. Der runde Tisch zeigte Wege auf, wie eine verantwortungsvolle Regulierung und Präventionsarbeit gelingen kann – ein Signal für weitere Initiativen in der Region.









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