
Einblicke in den Alltag, gelebte Fürsorge und internationale Vielfalt.
(rr) Das Seniorenheim Anlautertal in Titting im Landkreis Eichstätt ist weit mehr als nur ein Wohnort für ältere Menschen – es ist ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Fürsorge. Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende sowie Auszubildende gestalten hier gemeinsam ein lebendiges und vielfältiges Umfeld, das sowohl Geborgenheit als auch individuelle Entfaltungsmöglichkeiten bietet.
Ein Neubau schafft neue Möglichkeiten
Seit dem Sommer 2025 besuchen wir regelmäßig das Seniorenheim, um die Stimmung und die Besonderheiten des neuen Wohnkonzepts einzufangen. Beim ersten Besuch im Juni berichtet Barbara Pflüger-Bonkowski, die Pflegedienstleitung: „Es hat gedauert, bis wir uns alle an den Neubau gewöhnt haben. Mittlerweile sind wir angekommen und fühlen uns sehr wohl.“ Die neuen Wohnbereiche bieten vor allem Einzelzimmer, was bei den Bewohnern großen Anklang findet. Ernestina Köppel erzählt: „Mein Einzelzimmer ermöglicht mir, mich nach meinen persönlichen Vorstellungen einzurichten. Neben meiner Puppensammlung habe ich es mit schönen Pflanzen dekoriert.“
Doch nicht nur das individuelle Wohnen steht im Mittelpunkt. Die gemeinsamen Aktivitäten und Angebote stärken die Gemeinschaft und bieten abwechslungsreiche Erlebnisse. Besonders der hauseigene Garten lädt zum Mitmachen ein. „Der Garten mit dem Beet bietet uns eine ideale Abwechslung. Es macht Spaß, seine eigenen Tomaten oder Radieschen für das Abendbrot zu ernten“, berichtet Köppel weiter.
Geburtstage als Höhepunkte des Jahres
Regelmäßige Geburtstagsfeiern gehören zum festen Bestandteil des Heimlebens. Im Herbst 2025 trafen wir Maria Blob, die am 3. Oktober ihren 91. Geburtstag mit Kaffee und Kuchen im Kreis der Hausgemeinschaft feierte. Blob ist seit sechs Jahren Bewohnerin und genießt die Atmosphäre vor Ort: „Wir quatschen und essen zusammen. Das ein oder andere Späßchen darf natürlich nicht fehlen. Das gesamte Team ist immer für uns da und erfüllt uns jeden Wunsch. Mittlerweile fühle ich mich hier zu Hause.“
In einem bewegenden Rückblick berichtet sie von ihrer Zeit in der Landwirtschaft mit ihren Eltern und Geschwistern. Besonders die Arbeit in der freien Natur und das Melken der Tiere haben ihr stets Freude bereitet. Doch das Leben brachte auch Herausforderungen: Mit Anfang 40 erleidet Blob einen Schlaganfall. „Ich musste mithilfe von Therapien alles neu erlernen. Über mehrere Monate habe ich mich zurück ins Leben gekämpft. Mithilfe verschiedener Therapien, meiner Kinder und meines Mannes. Es ist ein Wunder, dass ich keine Folgeschäden erlitten habe.“
Gemeinschaft und Aktivität im Alltag
Abseits der großen Feste genießen die Bewohnerinnen und Bewohner die kleinen Freuden des Alltags, etwa bei Gesellschaftsspielen im Gemeinschaftsraum. Beim „Bingo-Fieber“ wird nicht nur das Gedächtnis trainiert, sondern auch gemeinsam gelacht und gefeiert. Heimleitung Anna Pfaller hebt hervor: „Das macht nicht nur Spaß, sondern fördert die Konzentration und das Gedächtnis.“ Als eine Mitspielerin das magische Wort „Bingo“ ruft, wird gemeinsam angestoßen und gefeiert.
Ergänzt wird das Angebot durch regelmäßige Workshops, zum Beispiel zum Thema „Kräuter“. Die Teilnehmenden entdecken beim Riechen, Fühlen und Schmecken neue Aromen und genießen selbst zubereitete Spezialitäten wie Brennnesselkuchen oder Kräuterbaguette. Betreuungskraft Nico sorgt dabei für die musikalische Untermalung.
Wer kreativ werden möchte, kann beim Gestalten des Erntedankaltars aktiv werden. Die Früchte und Erzeugnisse der Natur erhalten beim Gottesdienst durch Pfarrer Johannes Trollmann ihren Segen.
Internationale Küche und kultureller Austausch
Das Seniorenheim lebt auch von seiner internationalen Vielfalt. Kürzlich wurde gemeinsam mit Auszubildenden ein landestypisches Gericht aus Kamerun zubereitet: „Würziges Bohnengemüse mit Reis“ und Pudding zum Nachtisch. Die Bewohnerinnen und Bewohner zeigten sich begeistert vom Geschmack und den neuen Impulsen, während auch die Schüler viel Freude und Spaß in der Küche hatten.

Perspektiven für Jung und Alt
Nicht nur für die Senioren ist das Anlautertal eine Wohlfühloase, sondern auch für junge Menschen ein idealer Ort für Ausbildung und persönliche Entwicklung. Die Auszubildende Vivien Liebhardt berichtet begeistert: „Ich komme mega gern zur Arbeit. Am besten gefallen mir die Mentoren-Tage. Sie erlauben mir, Fragen zu klären und Tätigkeiten zu wiederholen, bei denen ich mir noch unsicher bin.“
Das Seniorenheim Anlautertal zeigt eindrucksvoll, wie modernes Wohnen im Alter mit Herz, Gemeinschaft und Lebensfreude gelingt und gleichzeitig jungen Menschen aus aller Welt eine Perspektive in der Pflege bietet. Ein Ort, an dem Lebensgeschichten geteilt und neue Erinnerungen geschaffen werden.
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